Advent – Unser Weg nach Weihnachten

Menschen machten sich auf den Weg

Das Evangelium berichtet uns von Menschen, die sich auf den Weg machten. Da sind einmal die Weisen aus fernen Landen. Wir kennen sie heute als die sog. “Hl. drei Könige”. Sie machen sich auf den Weg, weil sie einen Stern aufgehen haben sehen, der ihnen die Ankunft eines mächtigen Königs ankündigte. Sie bringen Geschenke, mit denen sie den neuen König in der Welt begrüßen wollen.

Maria macht sich, nachdem der Engel Gabriel ihr verkündet, dass sie Mutter wird, auf den Weg zu ihrer Verwandten Elisabeth. Wunderschön schildert uns das Lukasevangelium die Begegnung dieser beiden Frauen, die gemeinsam schwanger sind und beide ein besonderes Kind erwarten. Die lukanische Tradition lässt Maria bis zur Geburt des Johannes bei ihrer Verwandten bleiben. Vielleicht braucht sie diese Stärkung durch die Geburt des Johannes, damit auch sie ihren Weg weitergehen kann.

Gemeinsam mit ihrem Bräutigam Josef machte sich Maria schließlich auf den Weg von Nazareth nach Bethlehem, um sich bei der Volkszählung unter Kaiser Augustus in die Steuerlisten einzutragen. Weil in den Herbergen der Stadt kein Platz für das Paar ist, wird Maria schließlich in einem Stall auf freiem Feld das Kind zur Welt bringen.

Engel verkünden Hirten von der Geburt des Kindes. Auch sie machen sich auf den Weg, um das Kind zu suchen. Wir wissen nicht genau, was sie zu finden erhofften beim Kind, aber die Botschaft der Engel hat sie wachgerüttelt. Eine innere Kraft zieht sie nun an und sie begegnen dem Kind und Maria und Josef im Stall bei den Tieren.

Advent als Weg

Der Advent, die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, stellt für mich auch einen Weg dar. Dieser Weg wird durch den Adventkranz begleitet. Der Adventkranz, an dem wir jeden Sonntag eine zusätzliche Kerze entzünden, erstrahlt umso heller, je näher wir Weihnachten kommen. Der Advent wird so zu einem Weg zum Licht, das dann ja zu Weihnachten am Christbaum ganz besonders leuchtet.

Aber was erwarten wir in diesem Licht zu finden? Wohin sind wir denn unterwegs im Advent? Die Weisen aus fernen Landen und die Hirten aus dem Evangelium, die haben ein klares Ziel: sie folgen einem Ruf des Sterns oder der Engel. Aber folgen wir einem Ruf, fühlen wir uns gerufen? Wenn ja, von wem? Vielleicht ja vom Kind in der Krippe, von der Ausstrahlung, die dieses neugeborene Baby in die Welt scheinen lässt. Doch was erwarten wir von diesem Kind? Die Hirten erwarteten sich wahrscheinlich Frieden. Die Propheten künden den Messias als einen Friedenskönig an. Gerade in diesem Jahr erhoffen sich viele Menschen von diesem Kind in der Krippe wohl auch Frieden. Zunächst einmal für die Ukraine und all die anderen Kriegs- und Krisengebiete unserer Erde, dann aber wohl auch für unsere Familien und unsere Herzen. Dieser Friede soll ganz tief in unserem Herzen spürbar werden.

Ich wünsche Dir, dass Du in den kommenden Wochen des Advents diesen Frieden des Christkindes in Deinem Herzen spürst und dass Du erlebst, Du bist in dieser Welt geliebt. Ich wünsche Dir einen besinnlichen Advent und ein wunderschönes Weihnachtsfest!!

Andreas Golatz