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Richie und Andy

Kirche, Strukturen

Neue Strukturen in der Kirche in Oberösterreich

Jetzt ist es also so weit: Beim Diözesanforum in Puchberg am 25. Jänner 2020 hat sich eine überwältigende Mehrheit der Delegierten für den Strukturreformprozess in der katholischen Kirche in Oberösterreich ausgesprochen. Aus 486 Pfarren sollen nur noch 40 Pfarren werden mit jeweils durchschnittlich 14 Pfarrgemeinden. Doch was verändert sich dadurch konkret?

Zunächst einige Klarstellungen:
Als Pfarrer versuche ich die Auswirkungen in erster Linie natürlich auf dieser Ebene zu beschreiben: Was verändert sich für die Menschen hier in Gutau und Kefermarkt?
Ich bin nicht Teil jener Projektgruppe, die diese Reform ausgearbeitet hat, sondern beziehe meine Informationen aus vielen Gesprächen mit Verantwortungsträgern in unserer Diözese und aus den Medien. Ich habe also keine „Insiderinformationen“!
Dieser Artikel versucht lediglich die Auswirkungen auf die konkrete Pfarre (oder zukünftig Pfarrgemeinde) zu beschreiben mit Blick in erster Linie auf jene Pfarren, für die ich zuständig bin.

Was verändert sich?
Aus den bislang 39 Dekanaten, die es in Oberösterreich gibt, werden ca. 40 Pfarren, aus den 486 Pfarren werden 486 Pfarrgemeinden. Diese Namensänderung verändert eigentlich nur den kirchenrechtlichen Status einer Verwaltungseinheit. Die Gottesdienste und die Gemeinschaft vor Ort bleiben somit in den Pfarrgemeinden bestehen.
Diese Pfarre wird von einem Team aus drei Personen geleitet. Neben dem Pfarrer gehören diesem Team eine Person für die wirtschaftlichen Belange und eine Person für die pastoralen Belange der Pfarre an. Diese drei Personen bilden den Pfarrvorstand.
Unterstützt werden sie bei dieser Aufgabe vom pfarrlichen Pastoralrat und vom pfarrlichen Wirtschaftsrat.
Die Pfarrgemeinde wird zukünftig von einem Team aus ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen geleitet. Diese Teams erfüllen die Aufgaben Liturgie, Diakonie (Soziales), Verkündigung und Gemeinschaft (Koinonia). Ergänzt wird dieses Team durch den Obmann/Obfrau des PGR und einer Person, die für die wirtschaftlichen Belange der Pfarrgemeinde zuständig ist. Hauptamtliche können Teil dieses Teams sein, der Schwerpunkt der Verantwortung, Entscheidungen und Aufgaben liegt jedoch auf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Was bleibt gleich?
Im kirchlichen Alltag soll möglichst Vieles in den Pfarrgemeinden sein. Nach dem Grundsatz der Subsidiarität bleibt möglichst viel in den einzelnen Pfarrgemeinden. Die Pfarre ergänzt das Angebot in den Bereichen, in denen es eine Pfarrgemeinde nicht (mehr) leisten kann.
Die Sakramentenvorbereitung (Taufe, Erstkommunion, Firmung) bleibt in den Pfarrgemeinden vor Ort. Gottesdienste werden auch weiterhin in den einzelnen Pfarrgemeinden gefeiert. Das Pfarrgemeindebüro bleibt weiterhin erste Anlaufstelle für Anliegen und Fragen. Das Pfarrbüro ermöglicht eine ausgeweitete Öffnungszeit, damit auch für Berufstätige und PendlerInnen die Möglichkeit besteht, mit der Kirche in Kontakt zu kommen.

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