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Richie und Andy

Richie, Seelenhund

Richie – Seelenhund

Jetzt ist es gerade einmal drei Tage her. Am Dienstag Früh ist es plötzlich passiert: ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, die Wiese vom Regen in den vergangenen Wochen vollkommen durchnässt, plötzlich verliere ich den Halt auf der steilen Böschung hinter dem Haus und lande im Matsch. Ärgerlich, ich weiß, aber es soll schlimmeres geben. Als ich aufstehen möchte, merke ich plötzlich, wie mein linker Fuß mich nicht mehr trägt und ich lande wieder im Dreck. Die Hand geht sofort zur Hosentasche, zum Handy: Ist es notwendig, Hilfe zu holen? Noch bevor ich darüber nachdenke, merke ich, wie mir plötzlich schwindlig wird und mein Kreislauf wegzubrechen droht. Mit einem Schlag wird mir klar: „Da ist jetzt mehr passiert! Was tun?“ Richie sitzt in der Zwischenzeit neben mir und versucht mich mit Schleckattacken aufzubauen. Mit ganzer Kraft macht er mir klar, dass er für mich da ist.

Nach einigen Minuten habe ich mich soweit gefangen, dass ich zumindest zur nächsten Parkbank humple. Die 20 Meter oder so werden zum Marathon. Dort angekommen: hinsetzen, durchatmen und nachdenken. Was jetzt? Das Handy habe ich immer noch in der Hand und weiß nicht: Soll ich sofort den Notruf wählen und Hilfe rufen? Was passiert dann aber mit Richie, der nun seine Anspannung rauslässt und wie wild von links nach rechts läuft und wieder zurück? Ich entscheide mich schließlich doch nach einer längeren Erholungspause, den Weg zurück in die Wohnung anzutreten. Richie hilft mir vorbildlich den Berg hinauf und am Weg zurück in die Wohnung begegnen uns schon die nächsten Menschen, die uns weiterhelfen. Langsam, ganz langsam geht es schließlich zurück in die Wohnung. Jeder Schritt ist eine neue Herausforderung. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die eigentlich nur 15 Minuten dauerte, sind wir aber schließlich doch in der Wohnung angekommen. Richie ist daheim und ich werde nur wenige Minuten später von der Rettung ins Krankenhaus gebracht.

Mir ist zwar bewusst, dass irgendetwas in meinem linken Bein ganz und gar nicht in Ordnung ist, aber ich hoffe immer noch, dass es sich um eine Zerrung oder Prellung handelt, die zwar schmerzhaft ist, aber doch mit Salben und Bandagen gut behandelt werden kann. So schlimm wird es schon nicht sein, sonst hätte ich doch nicht den Weg zurück gehen können.
Naja, im Krankenhaus konnten die Ärzte dieser Logik nicht sehr viel abgewinnen und vertrauten mehr ihren Röntgen- und Ultraschallbildern. Die sprachen eine eindeutige Sprache: Riss der Quatricepssehne, jene Sehne, die den Quatricepsmuskel des Oberschenkels mit dem Knie verbindet. Sie meinten auch, dass Bandagen und Salben zwar hilfreich sein könnten, aber zuerst müsse schon operiert werden und danach das Bein mit einer Schiene einige Wochen ruhiggestellt werden. Aufgrund der starken Schmerzen willigte ich dann doch ein und wurde noch am Nachmittag desselben Tages operiert.

Drei Tage ist das ganze jetzt her. Richie ist bei seiner Schwester gut aufgehoben und die beiden haben jede Menge Spaß zusammen und treiben sicher auch den einen oder anderen Schabernack. Es geht ihm also rundherum gut!
Ich hatte viel Zeit nachzudenken, dabei ist mir bewusst geworden, wie sehr ich Richie vermisse, aber auch, wie wichtig er mir in den letzten Monaten geworden ist. Ich habe nie gedacht, dass ich zu einer derart intensiven Beziehung überhaupt fähig bin. In Richie habe ich ein Wesen gefunden, das nicht nur ein treuer Wegbegleiter ist, sondern so Viel mehr. Auch wenn man über die Rolle von Haustieren und Hunden im Speziellen durchaus diskutieren kann, so habe ich in den vergangenen Monaten doch erfahren, was ein Hund im Leben eines Menschen, in meinem Leben verändern kann. Gerade als ich da vor drei Tagen am Boden saß und fertig war mit der Welt hat Richie alle seine empathischen Fähigkeiten eingesetzt, um mir klarzumachen: „Ich bin für dich da! Du bist nicht allein! Du kannst dich auf mich verlassen!“ Die Botschaft ist angekommen. In einem ganz schwierigen Moment war ich plötzlich nicht mehr alleine, sondern konnte erleben: „Da ist jemand da für mich!“

Deshalb ist mir eines klar: Richie ist mein Seelenhund! Er versteht mich, wie sonst niemand und kann nur durch seine Anwesenheit mein Leben erhellen und ihm Sinn verleihen. Danke Richie!
Andy

  1. Birgitta

    Lieber Andy, ich freu mich so mit dir, dass du mit Richie deinen Seelenhund gefunden hast, dass er so spürbar für dich da ist!!!
    Wünsche dir alles Gute, viel Geduld und Zeit des Entspannens und Loslassens!
    Sei umärmelt!
    Alles Liebe, Birgitta

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