Eine Selbsthilfegruppe ist eine Gruppe, die sich in regelmäßigen Abständen trifft. In ihr können Menschen mit ähnlichen Themen ihre Erfahrungen austauschen und sich so gegenseitig unterstützen und helfen. Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit sehr skeptisch war, was Selbsthilfegruppen angeht. Ich befürchtete, dass man sich mehr in ein Thema hineinsteigert anstatt sich gegenseitig zu helfen. Dadurch – so meine Befürchtung – würden sich die Probleme und Themen noch verstärken.
Gefangen im Burn Out – was tun?
Vor einem Jahr war ich im Burn Out gefangen. Die ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) bearbeitete meinen Antrag auf Reha nicht und ich wusste nicht mehr weiter. Natürlich habe ich mich von Anfang an auf die mühsame Suche nach einer Psychotherapie begeben, aber diese Suche war leider erfolglos. Überall dieselbe Antwort: „Leider kein freier Platz verfügbar. Ich bin ausgelastet.“ Wenn man sowieso schon in einer Depression feststeckt, ist diese Antwort niederschmetternd. Ich habe weder im Bezirk Freistadt, Urfahr oder Linz einen Therapeuten oder eine Therapeutin gefunden, die bereit gewesen wäre, mich als neuen Patienten zu behandeln. Es gibt zwar eine praktische Plattform im Internet, auf der ich sämtliche Therapeuten fand, aber keine freie Patientenstelle. Davon, einen Platz auf Krankenkasse zu bekommen, kann gar keine Rede sein. Selbstverständlich war ich bereit, mir die Therapie selbst zu finanzieren. Aber auch so wollte mich niemand.
Ich stand also vor der Frage, wie ich in dieser schwierigen Zeit Besserung erreichen kann. Im Jänner 2026 habe ich dann gelesen, dass sich in Pregarten eine Selbsthilfegruppe für Depression und Burn Out gründet. Aufgrund der Bedenken, die ich oben geschildert habe, zögerte ich etwas, vor allem, weil ich nun einen Platz in der Tagesklinik in Linz (Neuromed) in Aussicht hatte. Brauche ich das dann?
Nach längerem Hin und Her habe ich mich dann doch durchgerungen, hinzugehen. Diese Selbsthilfegruppe geht vom Verein „Pro Homine“ aus und hat eine professionelle Leitung durch eine Lebens- und Sozialberaterin. Den Austausch erlebte ich beim ersten Treffen als sehr positiv. Auch wenn es natürlich einmal um ein Kennenlernen ging, konnte ich mir bereits ein paar Brocken mitnehmen. Und wenn es nur war, dass ich nicht der einzige bin mit diesen Symptomen.
Wozu eine Selbsthilfegruppe?
Nachdem ich die nächsten Treffen aufgrund meines Aufenthaltes in der Tagesklinik versäumte, bin ich erst wieder im Juni eingestiegen. Zu diesem Zeitpunkt war ich therapeutisch bestens versorgt. Trotzdem war es mir ein Anliegen, die Selbsthilfegruppe wieder zu besuchen. Erstens wollte ich wissen, wie sich die Gruppe entwickelt hat, außerdem tat mir das Reden über meine Entwicklungen gut.
Mittlerweile war ich bei fünf weiteren Treffen dabei und verstehe, warum Menschen Selbsthilfegruppen gut tun. Egal, ob ich mehr von mir teile oder ob ich bei einem Treffen in erster Linie zuhöre, ich kann mir eigentlich immer etwas mitnehmen. Manchmal ist es ein Wort einer Person, das bei mir eine Gedankenspirale auslöst und ich verstehe wieder einen Teil meiner Geschichte besser. Manchmal lerne ich eine neue Person kennen, deren Geschichte mich fasziniert und bewegt. Oder aber ich verstehe mich selbst besser, weil ich von mir erzähle und daher meine Gedanken ordnen und strukturieren muss.
Die Atmosphäre in der Selbsthilfegruppe schafft Vertrauen, weil doch jeder weiß, dass alle mit demselben oder ähnlichem Problem zu kämpfen haben. Ich habe gelernt, dass ich mit meinen Sorgen und Nöten nicht alleine bin, dass es auch anderen so ergeht wie mir. Trotzdem konnte ich erkennen, dass jede Geschichte einzigartig ist. Wir können nicht einfach jede Geschichte oder jeden Menschen über einen Kamm scheren.
Ich freue mich schon wieder auf unser nächstes Treffen in der Selbsthilfegruppe am Mittwoch, 11. November, um 19 Uhr im Pfarrgemeindezentrum Pregarten.

[…] die ich im Zuge der Therapie kennenlernen konnte. Eine wichtige Hilfe wurde für mich auch die Selbsthilfegruppe in Pregarten, die ich regelmäßig besuche. Anzuerkennen, dass ich Hilfe brauche, war am Beginn […]